Die aktuelle Kamera

Weiß und Grau war Gestern, 2024
Barock leuchtet, 2024
Barocker Leuchter, 2024
Barockheizun, 2024
Spannungskontrolle, 2024
VEB Hebezeugfabrik, 2024

Die Fotos sind aktuelle Aufnahmen eines leer stehenden Schlosses in Ostdeutschland. Es ist ein verwunschener Ort geworden, der heute vom Efeu beherrscht wird. Bis in die 1990er Jahre wurde hier für das Allgemeinwohl gewirtschaftet. Dann ist alles zusammen gebrochen. Seit dem warten alle auf irgendwelche Investoren, die immer im Eigeninteresse handeln. Eine alternative dazu könnten Bürgerräte sein.

Lobby- und Interessengruppen haben keinen Platz in diesen Diskussionsrunden der Kleingruppen. In den Bürgerräten sollen Vorschläge für aktuelle politische Fragen entwickelt werden, die im Alltag der Menschen eine Rolle spielen. Ihre Empfehlungen können der Politik als Kompass für anstehende Entscheidungen dienen.

Die aktuelle Kamera

Die Tür das Fenster der Spiegel, 2024
Im Spiegelkabinett, 2024
Spider-Leuchte, 2014
Büro Spider-Leuchter, 2024
Alter Dark Room, 2024
Obst & FKK, 2024
Arkarden, 2024

Der ostdeutsche Soziologe Steffen Mau stellt in seinem Buch „Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt“ fest, dass die Angleichung an das westdeutsche Lebensniveau wohl nicht mehr erfolgen wird. Die Vermögens- und Lohnsituation wird vermutlich bestehen bleiben. Die Mieten sind im Osten zwar günstiger, aber sie werden häufig an Eigentümer aus dem Westen gezahlt. Der Osten ist eine Schrumpfgesellschaft. Es leben heute da nur noch so viele Menschen wie im Jahr 1905.

Ich finde allerdings, dass es wichtig ist seine Analyse in einem globalen Rahmen zu sehen, denn weltweit kommt es zur Zentrierung der Wirtschaft und damit überall zu abgehangenen Regionen.

Die Wende fiel zeitgleich mit einer globalen wirtschaftlichen Veränderung zusammen. Die Öffnung der Märkte und die damit verbundene Multiplikation der Konkurrenz. Auch die Arbeitskräfte stehen damit in einer weltweiten Konkurrenz zueinander. Starke gewerkschaftliche Bewegungen wurden untergraben. Mit dieser Globalisierung kann auch die Entwicklung in Ostdeutschland erklärt werden. De facto war es auch so, dass im Osten die Konkurrenz einfach geschluckt werden konnte, weil die Währungsunion dafür den politischen Weg öffnete. Dann erst oder deshalb kam es zur demografischen Entwicklung/Abwanderung in den Neunzigern.
Thematisiert wurde diese neue Situation damals durch den Aufstand der Zapatisten in Chiapas/Mexiko und später von der Antiglobalisierungsbewegung.

Die aktuelle Kamera

Wo sind die Bilder, 2024
Schloß der Bilder, 2014
Die Verlierer, 2024

Das Foto „Schloss der Bilder, 2014“ zeigt die Bilder im Ballsaal. Im Jahr 2024 waren sie dann weg.

In der DDR waren solche Gebäude und Anlagen nicht in privaten Besitzt. Sie wurden oft zu Kindergärten, Lehrlingswohnheimen oder Mehrzweckgebäuden um funktioniert. Warum denken wir nicht im Allgemeinwohl? Wir überlassen alles privaten Investoren und Spekulanten. Wie krank dieses Denken ist, zeigt sich besonders im Gesundheitssystem. Bis 1992 durfte es hier keine Gewinnorientierung in beiden deutschen Staaten geben.

Die aktuelle Kamera

Hinter den Kulissen, 2024
Die dritte Tür, 2024
Wo sind die Bilder, 2024

Vor der Wende habe ich bis 1999 hier gelebt. Ich war Mitglied im Dorf-Chor. Kurz zuvor sind wir noch als Chor im Saal aufgetreten. Und dann ging alles Abwärts! Schade, das schöne Schloss! Ist es nicht möglich, durch Fördermittel, Sponsoren usw. dieses Märchenschloss zu retten! Ich habe nur eine kleine Rente, aber Ideen und Helfen möchte ich gern. Hier, wo ich jetzt wohne in Baden-Württemberg, gibt es viele schöne Sehenswürdigkeiten und diese werden auch erhalten. So könnte ich es mir vorstellen.

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Dusche niemals allein, 2023
Kalte Schmiede II, 2023
Zeitumstellung, 2023
Schieberparade, 2023

Die Fotos zeigen ein ehemaliges und jetzt leer stehendes Reichsbahnausbesserungswerk. Sie waren die Reparaturwerke der DDR Staatsbahn. In jeder größeren Stadt waren sie zu finden. Die kompletten Ketten der industriellen Produktion sowie ein großer Teil des Berufsverkehrs wurde in der DDR mit der Bahn bewältigt. LKW Verkehr gab es für die Verteilung in Kaufhallen und Läden in der näheren Umgebung. Nur wenige sind mit dem eigenen Auto zur Arbeit gefahren.

Für eine Klimawende ist der Ausbau und die Vergesellschaftung der Bahn und damit der Aufbau solcher Reparaturwerke unumgänglich.

Einfach so gewinnorientiert mit neuen Ressourcen verschlingenden Technologien weiterzuproduzieren, bestätigt die Ignoranz unserer Konsum orientierten Gesellschaft. Zu Gunsten kurzfristiger Kapitalgewinne missachten wir wissenschaftliche Fakten. Das ist die vielleicht größte Bedrohung einer freiheitlichen Demokratie.

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Das Foto ist 1993 entstanden. Es zeigt die Hausansicht der Klettke Villa in der Puschkinallee 12 in Potsdam. Sehr hohe Fenster in der unteren Etage verleihen dem Haus ein herrschaftliches Aussehen. Das Haus steht offensichtlich leer. In der Mitte, auf dem zerfallenen Balkon der unteren Etage, sitzt eine Person.
Besetzung Puschkinallee, Potsdam 1993

Die Stadt Potsdam kündigte im Jahr 1993 an, Neubesetzungen nicht mehr zu dulden. Am 12.05.1993 wurde die Klettke Villa in der Puschkinallee 12 besetzt und am gleichen Tag wieder geräumt.
Kurze Zeit später erhielt die Tanzfabrik in der Gutenbergstraße 107 einen Ausweichspielplatz in der Schiffbauergasse. Wir nutzten diese Situation und besetzten die Fabrik neu. Dort eröffneten wir eine Kneipe als Diskussionsraum. Die Forderung war klar. Es sollte eine politische Lösung für alle besetzten Häuser geben. Der Ort war günstig, da niemand dort wohnte und das Projekt stellvertretend für alle Häuser sein konnte.

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Gutenbergstraße, Potsdam 1992

Von 1991 bis 1993 wurde der Kampf um die Häuser in Potsdam medial über die öffentliche Presse ausgetragen. Es gab fast wöchentlich Hetzkampagnen gegen Hausbesetzer*innen und zugereiste Chaot*innen in der öffentlichen Presse Potsdams. Die Stadt änderte ihr Gesicht radikal. Investitionskapital mit den dazugehörigen Figuren und ein neuer Polizeipräsident aus Westdeutschland regierten jetzt in Potsdam. Sie alle standen dem konservativen Lager nahe.

Die Polizisten in der Uniform der DDR Ordnungshüter haben in Potsdam keine Räumung durchgeführt. Die Gutenbergstraße diente in diesem Fall als eine Kulisse für einen Film. Diese Szene wurde mit Protagonisten aus der Hausbesetzer*innen Bewegung gedreht.

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Das Foto zeigt ein Lada 1300 Funkstreifenwagen der Volkspolizei aus der DDR vor einem besetzten Haus in der Gutenbergstraße in Potsdam im Jahr 1991. An der Hausfassade ist eine große Aufschrift vom Klempnermeister Otto Lungershausen zu lesen: Bau-Klempnerei, Gas und Wasseranlagen.
VP bei Otto, Postdam 1991

Das Foto ist in der Gutenbergstraße in Potsdam 1991 entstanden. Der Lada 1300 Funkstreifenwagen stammte aus den Beständen der Volkspolizei. Das Haus wurde von Punks aus Ost und West besetzt.

Nach der Räumung der Mainzer Straße im Herbst 1990 in Berlin wurde uns wurde klar, dass die neuen Machthaber sich auf keinerlei Veränderungen einlassen und dafür auch über Leichen gehen würden.
Doch die Stimmung in Potsdam war zunächst anders. Es gab eine friedliche Allianz mit dem damaligen Polizeipräsidenten Herr Adam. Der wollte keine militante Räumung der besetzten Häuser wie in Berlin und suchte das Gespräch mit uns. Er war für die gewalttätige Räumung der Straßen zur Demonstration am 07. Oktober 1989 in Potsdam verantwortlich. So etwas wollte er nicht noch einmal verantworten müssen. Kurze Zeit später wurde er von einem Herr Schwerin aus Westdeutschland abgelöst, dann wehte ein anderer Wind …

Die aktuelle Kamera

Das Foto zeigt die Gutenbergstraße 1992 in Potsdam. Die Perspektive reicht bis in das Holländische Viertel hinein. Die vier Menschen auf dem Foto sind sogenannter Investoren mit Personal aus dem Magistrat bei einer vor Ort Besichtigung. Der Putz fällt von den Häuserfassaden. Das rechte Haus mit der Nummer 22 ist bunt bemalt. Auf der linken Seite der Straße werden Rohleitungen neu verlegt. Über der Straße hängt ein Transparent mit der Aufschrift: Die schwarze Diktatur, sozialer Kahlschag mit System!
Diktatur des Systems Gutenbergstr. 95/22, Potsdam 1992

Das Foto zeigt die Gutenbergstraße in Potsdam 1992. Das vordere Haus auf der rechten Seite hat die Hausnummer 22. Die vier Menschen auf dem Foto sind sogenannter Investoren mit Personal aus dem Magistrat bei einer vor Ort Besichtigung.

Die kommenden gesellschaftlichen Veränderungen wollten wir zwar klar als Antifaschist*innen angehen, aber uns nicht ausschließlich mit den faschistischen Tendenzen in der Gesellschaft beschäftigen. Wir wollten offen sein und die Ursachen hierfür benennen und in laufende Kämpfe eingreife. Das heißt die massenhaften Entlassungen, Mieterhöhungen, den sich anbahnenden Industrieabbau, die radikalen Einschränkungen im öffentlichen Verkehr. All das verstärkte die dumpfen Tendenzen in der Gesellschaft. Dem versuchten wir etwas Positives mit unserer Hausbesetzerkultur entgegen zu setzten, abseits von Massenkonsum und die in Gang gesetzte Vereinzelung durch die Entlassungen, Auslagerungen und Aufspaltung der großen Betriebe. Unsere Idee war eine Art anderen Weg zwischen dem Modell des Westens und der DDR.

Die aktuelle Kamera

Das Foto zeigt den Hauseingang mit dem Info-Café der Dortustraße 65 in Potsdam im Jahr 1991. Im Vordergrund steht ein blau-weißer eingedellter Skoda 100, daneben ein grüner VW. Die Hausfassade ist bunt bemalt. Über der Fensterscheibe zum Info-Café ist die Firmenschrift des Seilermeisters Richard Haber zu sehen. Neben dem Skoda überqueren zwei Fußgänger die Straße.
Nichts war unmöglich, Potsdam 1991

Das Problem für uns als ein Teil der Bewegung war dann, nicht zu einem Dienstleister zu werden. Da es im Januar 1990 keine alternative Kneipen in Potsdam gab, wurde das neu eröffnete Info-Café in der Dortustraße 65 zu einer Art Jugendclub, immer überfüllt und nervig. Davon leben wollte auch niemand von uns. Darum schlossen wir den Laden nach einigen Wochen wieder. Wir haben ihn dann an externe Leute übergeben.

Die aktuelle Kamera

Dortustraße 65, Potsdam 1991

Die Dortustraße 65 in Potsdam wurde am 10.12.1989 öffentlich besetzt. Die meisten hatten keine eigene Wohnung und wohnten irgendwie, irgendwo mit. Wir waren gut organisiert. Im Angesicht der radikalen Veränderungen nach der Maueröffnung wollten wir als Gruppe besser agieren können. Hinter dem Spaß am zusammen leben, gab es bei uns auch den Willen eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen. Wir wollten den Westen nicht, aber auch keine Neuauflage der DDR-Autokratie. Zumindest war die Idee nicht verschwunden, wenn auch weiter weg gerückt durch die plötzliche Maueröffnung.

Die aktuelle Kamera

Das Foto zeigt in einer Frontalperspektive eine Formbauwerkstatt im Endstadium des Verfalls. Auf der rechten Seite sind die Formbauteile und mittig weiter hinten die erkaltete Schmiede zu sehen. Überall stehen schwere Eisenteile und Maschinen herum. Die Morgensonne lässt die Halle in einem milden Winterlicht erstrahlen.
Formenwerkstatt, 2024
Auf dem Foto sind Formenbauteile in einer verlassenen Fabrikhalle zu sehen. Die Teile sind vor einer Wand mit Fabrikfenster aufgestapelt. Es sind große Kisten aus Holz in verschiedenen Farben. Teils sind sie geöffnet und zum Teil auch verschlossen. Das Licht der winterlichen Morgensonne lässt sie in verschiedenen Farben mild leuchten.
Formenbausteine, 2024
Kalte Schmiede, 2023

Das zweite Foto zeigt Formbauteile in einer verlassenen Gießerei der Reichsbahn (ehemalige Staatsbahn der DDR) und das Dritte die erkaltete Schmiede.

Der Formbau spielte in der DDR eine große Rolle. Gegenstände sollten nützlich und langlebig sein. Prägende Eigenschaften waren: Zeitlosigkeit, Funktionalität sowie die Verwendung weniger Rohstoffe. Die Produktgestaltung ergab sich aus der Begrenzung von Ressourcen, aber auch aus dem Streben nach einer neuen kulturellen Identität.

Die aktuelle Kamera

Das Foto zeigt ein rundes Wandbild aus glasierten Mosaiksteinen an einer Rauputz-Hauswand. Das Bild hat einen Durchmesser von etwa 3 Metern. Es ist farbenfroh und zeigt die Kosmonautin Walentina Tereschkowa. Im Zentrum hinter ihr ist abstrakt die Sonne dargestellt rund um sie herum entfliehen Strahlen.
Walentina Tereschkowa, 2024

Für alle, die gegen das Töten sind.
Für alle, die nicht auf ihr Recht oder ihre Wahrheit beharren.
Für alle, die verhandeln und Kompromisse eingehen in dieser ungerechten und unmenschlichen Welt.
Für alle, die kompromisslos für eine gerechte und menschliche Welt eintreten.

Das Wandbild zeigt Walentina Tereschkowa. Sie war die erste Frau im Welt.
Für mich steht sie für die Idee einer besseren Welt, in der es Fortschritt nur im Einklang mit der Natur und der Menschheit geben kann.

Die aktuelle Kamera

Das Foto zeigt eine verlassene Fabrikhalle im Sonnenuntergang. Die Dachaufbauten für den Lichteinfall neigen sich in die Halle hinein. Der rote Klinkerbau ist umgeben von Gebüschen und Bäumen, die ihn eines Tages überdecken werden.
Gießerei, 2023
Die verlassene Werkhalle der Gießerei strahlt noch einmal in der Abendsonne des Herbstes. Im Dach befinden sich viele Löcher, durch die das Licht fällt. Überall stehen Maschinen und Gusseisenteile herum. Alles ist angerostet und steht verloren da.
Werkhalle, 2023
Das Foto zeigt Aluminiumgussformen von Rädern für Dampflokomotiven. Sie sind Blau und Rot. Sie lehnen auf Paletten aneinander in einer Werkhalle, die schon lange verlassen ist.
Negativräder, 2023

Diese verlassene Gießerei gehörte zur Deutschen Reichsbahn. Bis 1990 war das einer der größten Arbeitgeber in der DDR.

Die kompletten Produktionsketten der industriellen Produktion sowie ein großer Teil des Berufsverkehrs wurde damals mit der Bahn bewältigt. LKW Verkehr gab es für die Verteilung in Kaufhallen und Läden in der näheren Umgebung. Nur wenige sind mit dem eigenen Auto zur Arbeit gefahren.

Es war eine politische Entscheidung den Verkehr auf die Straße zu legen und Zollfreiheit mit Freihandelsabkommen für die industrielle Produktion zu ermöglichen. Damit ist die dreckige und händische Arbeit für uns verschwunden.

Die aktuelle Kamera

Auf dem Bild schnauft eine Dampflock an der einige Personenwagen hängen einen Berg im Harzgebirge hinauf. Sie befindet sich in einer weiten Kurve. Dicker schwarzer Rauch steigt aus Ihrer Esse. Auf dem Berggipfel dahinter steht ein toter Wald. Links und rechts neben dem Gleisen stehen vereinzelt tote braune Nadelbäume. Kahle braune und grüne Stellen mit Gebüsch stehen zwischen den Bäumen.
Romantischer Harz, 2023

Der komplette Wald im Harz ist Tod. Doch es gibt kein Aufschreien wie in den 1980er Jahren wegen des Sauren Regens. Seit dem ist die Gesellschaft noch mehr auf Konsum ausgerichtet und Individualisiert. Wirtschaftlichkeit und Profitabilität sind die Taktgeber. Und wir? Wir wollen einfach einen schönen Tag habe bei dem ganzen Stress und es ist ok unangenehme Gefühle wie die Angst, Schuld und Scham, nicht zu empfinden, und zu ignorieren.

SOLIDARITÄT mit dem Hungerstreikenden vor dem Reichstag

Hungern, bis Ihr ehrlich seid

Die aktuelle Kamera

Das Foto zeigt einen roten Stuhl auf einem Dachboden. Links und rechts neben dem Stuhl hängen weiße gemusterte Gardinen, so wie Raumteiler. Dahinter scheint Sonne durch ein Dachfenster. Eine Metalltonne ist zu erkennen. Dachziegel liegen gestapelt in der Dachschräge.
Das Versteck, 2023

Dieses Versteck habe ich auf dem Dachboden eines leer stehenden Hauses in Apolda entdeckt. Die Abgeschiedenheit dieses lost place, macht es zu einem besonderen Versteck. Es sind einige Zäune und Treppen zu überwinden, um an diesen Ort zu gelangen.

Versteck spielen oder sich verstecken, hat bei Kindern eine große Bedeutung, aber auch und gerade in der Welt der Erwachsenen wird sich oft versteckt. Immerhin gibt es in einer Gesellschaft und einer Situation, die nichts Gutes an sich hat, noch die Möglichkeit sich zu verstecken. Wer keine Möglichkeit mehr hat sich z.B. vor einem Krieg zu verstecken, der muss in der Hölle leben.

Die aktuelle Kamera

Das Foto zeigt eine Hausansicht eine des Gasthofes "Zur guten Hoffnung". Der Rauputz der Fassade ist ungepflegt und die Eingangstür aus massivem dunklen Holz wird wohl nicht oft benutzt.
Hoffnung, 2024

Diese Kneipe in Sachsen steht seit langen leer. Sie trägt bestimmt nicht umsonst ihren Namen.

Ala Dakka arbeitet als Schauspieler und Dramatiker. Er wurde 1994 als Kind muslimischer Eltern in Beer Sheva geboren und wuchs in einer jüdisch geprägten Umgebung auf.

Als ein Palästinenser, der hier lebt, sage ich Ihnen: Das Trauma, das diese Ereignisse ausgelöst haben, ist enorm. Mir scheint, dass die internationalen Medien blind dafür sind. Aber ich erlebe auch die Blindheit eines Teils der jüdischen Gesellschaft hier gegenüber dem, was gerade in Gaza passiert. Gaza ist jetzt ein Schlachthaus. Es ist brutal. Es ist schrecklich. Es ist unbeschreiblich!

Hoffnung ist das Schlüsselwort. Wenn die Palästinenser Hoffnung haben können auf Freiheit und Selbstbestimmung, dann glaube ich, dass es Frieden geben kann.

Ich glaube der Wille zum Frieden und Diplomatie sind genauso wichtig.

Die aktuelle Kamera

Das Bild zeigt drei hohe Fenster mit Rundbögen und eine kleine schmale Holztreppe, die zu einem höher gelegen Podest führt. Die Vorhänge an den Fenstern sind farbenprächtig und zerschlissen. Sie hängen schlaff an den Seiten teilweise in Streifen herunter. Das Foto ist in einem leer stehenden Tanzsaal aufgenommen worden.
Der Aufstieg ins Wachstum, 2024
Das Bild zeigt einen verlassenen Tanzsaal mit einer Empore im hinteren Teil. Der Blick richtet sich von der kleinen Bühne hinein in den Saal. Auf der rechten Seite sind hohe Fenster, an ihren Seiten hängen verschlissene Vorhänge. Sie werden von der winterlichen Nachmittagssonne, die durch den Saal spaziert, angeleuchtet.
Tanzboden mit Parkett, 2024
Auf dem Foto sind zwei hohe Fenster mit Rundbögen in einem verlassenen Tanzsaal zu sehen. Die Vorhänge an den Seiten des linken Fensters hängen in Streifen herunter. An dem rechten Fenster fehlen sie. Eine gelblich orange Bierlasur dient als Sockelfarbe an den Wänden.
Die Inszenierung, 2024

Zu dem Tanzsaal gehörte noch eine Kneipe. Ein Lost Place in Thüringen, seit den 1990er Jahren. Noch vor drei Jahrzehnten wurde hier gesungen, gestritten, gelacht und geweint. Die Sockelbemalung des Tanzsaals erinnert mich an die Bierlasur. Eine in Vergessenheit geratene Handwerkskunst, mit der eine edle Maserung auf Möbel imitiert wurde. Heute wird in dem Dorf nur noch geschlafen, selbst die Kinder werden mit in die Stadt gekarrt.

An der Landwirtschaft wird viel mehr verdient als mit der Landwirtschaft

Niemand, wirklich niemand ist heute mehr „Herr“ oder „Herrin“ auf seinem Land. Aber manche profitieren von dem System, in dem bis zu 50 Prozent des Einkommens dem Bereich der Subventionen zugerechnet sind, und manche fallen ihm zum Opfer. So kommt es, dass dieselben Leute, die mit Tränen in den Augen von der unerträglichen Belastung des Bauernstandes sprechen, ungerührt dem Sterben des Nachbarhofes zusehen, der eben halt nicht „wirtschaftlich“ genug war: selber schuld. Und die Geier des Landgrabbings – die Nachbarn, die wachsen statt weichen, die Immobilienfirmen, die auf dem Land längst das Sagen haben, die Banken, die Agrarindustrie –, sie alle warten schon auf die Beute. An der

Landwirtschaft wird viel mehr verdient als mit der Landwirtschaft. Und das allseits scheinheilig beklagte „Höfesterben“ ist die einzig mögliche Voraussetzung für das einzig akzeptierte und am Ende doch immer suizidale Prinzip: Wachstum.

Der Text basiert auf einem Artikel von Georg Seeßlen.

Die aktuelle Kamera

Verdrängungskampf der Gewinner, 2024
Das Bild zeigt eine Eisblume an einem sehr alten Holzfenster. Der farbenfrohe Vorhang des Fensters auf der linken Seite ist verschlissen. Auf dem Fensterbrett liegt abgeblätterte Farbe und so kleiner Krimskrams.
Regionalblume, 2024
Planwirtschaft auf Blümchentapete, 2024
Kalte Aussicht, 2024

Die Fotos sind in einer verlassenen Dorfkneipe in Thüringen aufgenommen worden. Ein Tanzsaal gehörte auch noch dazu. Die Stühle stehen schon lange unberührt in der Ecke. Planwirtschaft und Blümchentapete passte damals zu DDR Zeiten wohl auch zusammen. Heute ist das Dorf zu einem Schlafzimmer geworden. Neue Straßen mit Einfamilienhäusern quetschen sich zwischen großen Feldern und Höfen, die leblos erscheinen.

Ich wäre so gern auf der Seite der Bauern. Aber sie machen es mir verdammt schwer. Die Demos zeigen die Politik im Dienste der Gewinner mit den Verlierern als Propagandamaterial. Der Widerspruch zwischen den Gewinnern und den Verlierern der Landwirtschaftspolitik in Europa und ganz besonders in Deutschland hat sich in den letzten Jahren noch einmal verschärft. Die Gewinner verzeichnen in der Periode der Teuerung geradezu sprunghaft steigende Einkommen, die Verlierer kämpfen noch verzweifelter um Überleben und Kontinuität. Und
so kommt man um eine Beobachtung nicht herum: Es geht nicht nur darum „die Politik“ (insbesondere die „grüne“ und „rote“ Fraktion) und das
überhebliche Stadtvolk zu provozieren, es geht auch um einen nicht erklärten Machtkampf innerhalb der organisierten Bauernschaft. Und es
geht, wenn man die Parolen und das Gerät näher betrachtet, auf denen sie durch die Straßen bewegt werden, um einen Verdrängungskampf der Gewinner gegen die Verlierer. Die makro- gegen die mikroökonomischen Aspekte, einen Verdrängungskampf zwischen Ökonomie und Ökologie.

Wir sind nicht hilflos und können uns für eine bessere Landwirtschaftspolitik einsetzten, in denen mikroökonomische Aspekte dominieren und nicht das Wachstum. Es gibt viele Initiativen, die das machen und die müssen wir stärken und unterstützen.

Das geschrieben hier ist stark inspiriert von Georg Seeßlen der einen Artikel über die Bauernproteste veröffentlicht hat.

Die aktuelle Kamera

Das Foto zeigt einen Tanzsaal mit einer Theaterbühne, der verlassen ist. Die Vorhänge auf der linken Seite sind verschlissen und hängen traurig an den Seiten ihrer Fenster. Das Sonnenlicht der Wintersonne fällt flach in den Saal und leuchtet auf dem Parkettfußboden.
Tanzboden & Theaterbühne, 2024
Das Foto zeigt ein altes Holzfenster mit einfacher Verglasung. Auf dem Glas haben sich Eisblumen gebildet. Die Vorhänge links und rechts sind verschlissen und hängen in Streifen traurig an den Seiten ihrer Fenster. Die Wintersonne strahlt sie fröhlich an, sodass sie noch einmal ihre prächtigen Farben zeigen.
Eisblume, 2024
Auf dem Foto ist eine zweiarmige Retro DDR Wandlampe zu sehen. Ihre gelb weißen Glasschirme zeigen nach unten. Sie sind von einst goldenen Haltern eingefasst. Heute werden sie von alten Spinnenweben umgarnt.
Doppelt Licht, 2024

Das Foto zeigt einen verlassenen Tanzsaal in einem Dorf in Thüringen. Zum Saal gehörte noch eine Kneipe, die wahrscheinlich bis in die 1990er Jahre täglich betrieben wurde. Seit langen ist sie schon ein Lost Place. Die Vorhänge zeigen noch einmal im Licht der kalten Wintersonne ihre prächtigen Farben neben den Eisblumen an den Holzfenstern. Die Wände sind schön getüncht in den warmen Farben einer Bierlasur. Eine längst vergessen Designidee aus der DDR.

Ich veröffentliche hier über drei Etappen Auszüge aus einem Artikel von Georg Seeßlen über die aktuellen Bauernproteste. Der beste Beitrag, den ich dazu gelesen habe und er spricht mir aus dem Herzen, wen er sagt: Ich wäre so gern auf der Seite der Bauern. Aber sie machen es mir verteufelt schwer.

In den 60er und 70er Jahren öffneten sich die Grenzen zwischen den beiden einst so konträren Kulturen „aufm Land“ und „in der Stadt“: Bauernkinder konnten nun auch etwas anderes studieren als Theologie und wurden, zum Beispiel, Redakteure, Filmemacherinnen, Kulturwissenschaftler. Auf der anderen Seite zogen junge Menschen aus den Städten aufs Land. Und neben ein mehr oder weniger tolerantes Befremden trat hier und da immer auch eine freundlichere, eine Arbeits-Verbindung. Man konnte sich nicht nur bei der freiwilligen Feuerwehr und in der Dorfdisco treffen, sondern auch auf Versammlungen, in denen es um Natur und Ökologie ging. Linksliberales und „grünes“ Gedankengut sickerte in die gemeinsame Kultur (Nicht, dass es nicht auch zu heftigen Reibereien und der einen oder anderen Familientragödie gekommen wäre.) Schließlich war in der Partei mit dem Namen „Die Grünen“ ja sogar eine politische Organisation entstanden, die versprach, ein gemeinsames Projekt für die Zukunft zu repräsentieren, in dem die Interessen derer, die das tägliche Brot erzeugen, und derer, die es benötigen, sich miteinander verbinden würden.

Doch aus der kleinen Utopie einer neuen Verbindung von Stadt und Land wurde nichts. Denn in dieser dominieren die mikro-ökonomischen Aspekte, und das war gegen die Interessen der Banken, der Landwirtschaftstechnik, der chemischen Industrie, der Immobilienhändler. Der Zwang zum Wachstum bedeutet immer auch den Zwang zur Verschuldung gegenüber diesen Playern. Wenn man sich fragen kann, wie viel an Wert, wie viel an PS (unter 250 ist man ein Schwächling) sich bei den Protesten durch die Straßen bewegen, kann man sich ebenso fragen, wie viel an Verschuldung sich da bewegt. Und deswegen sind auch bei den scheinbaren Gewinnern Ängste, Überforderungen und gesundheitliche Schäden an der Tagesordnung.

In meinem Dorf gab es noch zu Beginn der 80er Jahre: zwei Bäckereien, vier Wirtshäuser, darunter eines mit Tanzboden und Theaterbühne, einen Friseur, ein Postamt, einen Lebensmittel- und einen „Gemischtwarenladen“, zwei Schmiede, zwei Zimmereien, einen Arzt und einen Zahnarzt, sogar einen Dorfpoeten gab es, einen Pfarrer, eine Gemeindebibliothek mit einer angeschlossenen kleinen Wunderkammer, in der Fundstücke zur Regionalgeschichte einzusehen waren, einen Förster, eine Gemeindewiese mit Bänken, zwei Bankfilialen, ein Bürgermeisteramt, einen Gemeindediener. Von alledem ist nur geblieben: die Raiffeisenbank-Filiale, und auch die nur, weil sich in ihr praktischerweise auch Immobilien- und Versicherungsgeschäfte tätigen lassen.

Die aktuelle Kamera

Auf dem Foto ist ein roter Zug der Deutschen Bahn zu sehen. Die Aufnahme zeigt den Zug von vorne schräg nach hinten auf einem Abstellgleis. Er ist eingeschneit und wird von der Morgensonnen angestrahlt. Das Zeichen der Deutschen Bahn präsentiert sich schneebedeckt unter den sechs ebenfalls eingeschneiten Fenstern des Fahrerinnenstandes. Um den Zug sind eingeschneite Spuren von Tieren im Schnee zu sehen.
Snow Train gegen Nazis, 2024

Dieser Weltmeisterzug fuhr 1954 die Nationalmannschaft der BRD von Bern nach München. Heute steht er als Sonwtrain auf einem Abstellgleis der Deutschen Bahn.

Mehr als eine Million Menschen waren am Wochenende gegen die Faschisten und für mehr Solidarität in unserer Gesellschaft auf der Straße. Dafür hab ich heute gleich nochmal den Snowtrain gegen Nazis fotografiert.
Die Solidarität ist unsere einzige, aber mächtige Waffe. Pflegekräften, Verkäufern und Verkäuferinnen erfuhren viel Solidarität zum Lockdown. Doch Ihre Arbeitsbedingungen haben sich bis heute nicht verbessert.

Unsere Solidarität muss zum Alltag werden.