Portfolio

Hassan J. Richter sieht sich sehr stark als Monumentaldokumentar Ostdeutschlands und der Folgen für dieses Gebiet nach der Wende von 1989. Er spürt den Wunden und Veränderungen nach und hebt diese punktuelle, lokalgeschichtliche Erfahrung metaphorisch auf eine allgemeine Ebene menschlichen Umgangs mit Erfolgen und Krisen, Höhen und Tiefen, Werten und Oberflächlichkeiten des menschlichen Daseins.


Für Hassan J. Richter befindet sich das Thema „Verfall“ im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens. Verfall steht sinnbildlich für den problematischen Umgang des modernen Menschen mit seiner eigenen Geschichte und dokumentiert einerseits die heutige Schnelllebigkeit und seine Vergänglichkeit als auch Verdrängungsprozesse, d.h. den menschlichen Unwillen, ein differenziertes Bild der Geschichte herzustellen und zu bewahren.

Die Orte, die Hassan J. Richter dabei besucht, erzählen in ihrem Verfall von Menschen, die einstmals diese Plätze mit Leben erfüllten, von den Gewohnheiten und Bräuchen, von Freude und Leid die den Orten vor ihrem Verfall ihre Prägung gaben. Und genau diese Prägungen spiegeln sich in dem Verfall noch immer wider und werden mit dem magischen Glanz längst vergangener Zeiten erfüllt.

Dem Künstler gelingt es mit seiner Fotografie, diese Magie der Vergangenheit in einzigartigen Momentaufnahmen einzufangen und künstlerisch reizvoll zu präsentieren.