Seit den 1970er Jahren erlebte der Tourismus einen grundlegenden Wandel. Reisen wurde für breite Teile der Gesellschaft möglich und zu einem festen Bestandteil moderner Lebensweisen.
In der DDR wurde der Tourismus von Beginn an systematisch entwickelt. Großbetriebe wurden in die Verantwortung genommen und verpflichtet, preisgünstige Urlaubsangebote für ihre Beschäftigten bereitzustellen. Auf diese Weise entstanden zahlreiche Betriebsferienobjekte, die Erholung als Teil der sozialen Absicherung verstanden. Ähnliche Modelle gab es auch in der Bundesrepublik: Viele große Unternehmen unterhielten eigene Ferienheime für ihre Mitarbeitenden. Parallel dazu erschlossen Staaten wie Spanien und Frankreich ganze Küstenregionen gezielt als Ferienanlagen und schufen damit die infrastrukturelle Grundlage für den Massentourismus.
Mit der schrittweisen Durchsetzung neoliberaler Politik seit den 1970er Jahren wurden diese sozialstaatlichen Errungenschaften zunehmend zurückgebaut. In der Folge wurden die meisten der über 5.000 Ferienobjekte in der DDR nach 1990 mit Hilfe der Treuhand abgerissen, privatisiert oder umgenutzt. Tourismus wandelte sich damit erneut – weg von kollektiv organisierten Erholungsmodellen hin zu einem stärker marktorientierten und kommerzialisierten System.



























































































