Die aktuelle Kamera

Die Normalisierung der Krieges, 2026 / Seitenverhältnis 4:3
Schlachtfeld zur Abendröte, 2024 / Seitenverhältnis 4:3
Die Normalisierung der Krieges, 2026 / Seitenverhältnis 2:1
Schlachtfeld zur Abendröte, 2024 / Seitenverhältnis 2:1
Die Normalisierung der Krieges, 2026 / Seitenverhältnis 3:1
Schlachtfeld zur Abendröte, 2024 / Seitenverhältnis 3:1

Die Normalisierung des Krieges

Der Abraumberg der Kalisalzgewinnung in Sachsen-Anhalt wirkt nur aus der Ferne wie ein natürlicher Hügel. Beim genauerem Hinsehen ist erkennbar, dass er menschengemacht ist – ein Nebenprodukt industrieller Rohstoffgewinnung, aufgeschichtet aus dem, was als Abfall übrig bleibt. Die Halte ist instabil und verschlingt ihr Gleisbett für die Aufschichtung des Abraums nach und nach.

Diese Landschaft erzählt eine Geschichte über unseren Umgang mit der Welt. Sie zeigt, wie selbstverständlich wir Natur umformen, Ressourcen entnehmen und die Folgen unseres Handelns in riesigen Halden ablagern. Was einst ein Eingriff war, erscheint mit der Zeit normal. Der künstliche Berg wird Teil der Landschaft.

Vielleicht funktioniert unsere Gesellschaft auf ähnliche Weise.

So wie wir mit unserer Umwelt umgehen, so gehen wir oft auch mit unseren sozialen Beziehungen und globalen Strukturen um: Wir verbrauchen Ressourcen, maximieren kurzfristigen Nutzen und lagern die Kosten an andere Orte und andere Menschen aus.

Dabei liegen die Werkzeuge für eine bessere Zukunft längst auf dem Tisch. Klimaschutz, nachhaltiges Wirtschaften und kooperative Handelsbeziehungen müssen keine Utopien sein. Mit den heutigen digitalen Technologien verfügen wir über Mittel, die Zusammenarbeit, Transparenz und Teilhabe global zu stärken. Technischer Fortschritt könnte den sozialen Fortschritt unterstützen – statt ihn zu verdrängen.

Nachhaltige Energieformen besitzen das Potenzial, unsere Welt demokratischer zu machen. Dezentrale Energieproduktion kann Abhängigkeiten von wenigen Machtzentren verringern und neue Formen wirtschaftlicher Teilhabe ermöglichen.

Doch statt diese Möglichkeiten konsequent zu nutzen, erleben wir weiterhin Kriege um die Energieträger des vergangenen Jahrhunderts. Konflikte um Öl, Gas und geopolitische Einflusszonen wirken wie ein Echo einer alten Ordnung – ein letzter Versuch, ein System zu bewahren, das sich seit langem im freien Fall befindet.

Auch das erinnert an den Abraumberg: ein riesiger Aufschüttungskörper aus den Überresten einer Industrie, deren Kosten lange unsichtbar bleiben sollten.

Die Frage ist, welche Landschaft wir hinterlassen wollen.

Besitz und Wachstum dürfen nicht länger über allem stehen. Chancengleichheit und der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen sollten zu den zentralen Maßstäben unseres Handelns werden.

Lasst uns für Werte einstehen: für Gerechtigkeit, Toleranz, Menschenrechte, Demokratie und das gleiche Recht für alle.

Und lasst uns auch die positiven Entwicklungen wahrnehmen. Dafür müssen wir die Mechanismen unserer digitalen Öffentlichkeit hinterfragen. Algorithmen sozialer Medien entscheiden zunehmend darüber, welche Perspektiven sichtbar werden. Auch sie sind Teil der Landschaft, die wir gestalten.

Es gibt viel zu tun. Doch die Möglichkeit einer gerechteren Welt war vielleicht noch nie so real – und gleichzeitig so gefährdet wie heute.

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Lichterfest, 2024
3-flammig, 2024
Zum grünen Licht, 2024
Wendetreppe, 2024
Grau und trostlos, 2024
Zum Oberlicht, 2024
Putzplan kaputt, 2024
Nur für Damen, 2024
Fernsehverbot, 2024
Wärmeabbruch, 2024
Garderobenpflicht, 2024
Büro-Büro, 2024

She was made of stone,
Grey and bleak, but the world gave her colours.
She became elegant and beautiful.

Her younger days were filled with laughter,
that echoed through her walls.

People visited, not just to see,
But to gather in her embrace.

As she grew, she gave her stage for people to raise their voices and call out to the world.
Some voices forced power,
while others yearned for justice.
She listend to them all,
with patience, without judgements

As years passed, she began to age,
The brightest of her walls slowly began to fade,
wrinkles here and there.

Yet she survived,
welcoming the younger ones,
teaching them how to move with music,
offering them a safe place to be,
and a sound space for growth.

She saw generations bloom,
and slowly drift away.
All of them came to her, took from her,
And finally left her.
Yet she held no sorrow.

But time….Got to her,
she grew quiet, day by day.
Fewer people came, fewer voices heard.
The laughter that once echoed through her walls slowly faded.

By the end she wept alone in the rain,
and yet no one came.
Now, only the wind visits her.

She sat there alone,
abandoned by her own,
cracked and forgotten.

But she is waiting, always waiting for someone,
who could bring her back to life,
to feel once again what it means to be full of life,
for one last time.

@nirva_na

Verlust von physischen Treffpunkten

Der Verlust von analogen Treffpunkten, also den klassischen Orten der sozialen Interaktion, schließt Menschen aus der Gesellschaft aus und kann zur Einsamkeit führen. Das ist die ideale Grundlage für rechtspopulistische Propaganda und auch für Verschwörungstheorien. Wer Unterstützungen sozial schwacher und kultureller Gesellschaftsstrukturen kürzt, schafft die Demokratie direkt ab. Ein stabiles demokratisches System hängt von sozialer und kultureller Integration ab. Wenn Menschen sich entfremdet oder abgehängt fühlen, sinkt die Bereitschaft, sich konstruktiv in die Gesellschaft einzubringen.

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Schlachtfeld zur Abendröte, 2024
Schlachtfeld zur Abendröte, 2024

Das Foto ist 2024 in Sachsen-Anhalt entstanden. Es zeigt einen Abraumberg der Kalisalzgewinnung.


Der Krieg richtet sich gegen alle, die nicht mit zu Wohlstand und Wachstum beitragen. Dafür ist die KI das entscheidende Brecheisen: mehr Überwachung, schlechtere Löhne, evtl. erneute Durchsetzung der Atomkraft.


Unser Gesellschaftssystem beruht auf der scheinbar endlosen Ausbeutung aller dafür nützlichen Ressourcen.
Doch unsere Demokratie steht auf wackeligen Füßen. Sie ist abhängig vom Bruttoinlandsprodukt und seinem Wachstum. Für Ihre Gegner ist es einfach in Krisenzeiten die Klassengesellschaft als Produktionsgemeinschaft umzudeuten, um deren Wettbewerbsfähigkeit sich alle sorgen sollen.
In diesem Programm angelegt ist der Übergang zu purem Zwang und zur Gewalt – bis zum Krieg. Denn nicht nur die Verlierer des Weltmarktes sind nicht immer bereit, das für sie ungünstige Marktergebnis friedlich zu akzeptieren. Auch manche Gewinner sind sich ihres Gewinns nicht gewiss und versuchen, ihn mit nicht marktförmigen Methoden zu sichern.