Wünsdorf Stieg, 2019

ab 45,00 

Das Bild ist 2019 in Wünsdorf, eine Kleinstadt südlich von Berlin entstanden. Hier befand sich bis 1994 der Hauptstandort der sowjetischen Streitkräfte (GSSD) in der DDR.

Der Zwei-Plus-Vier-Vertrag wurde am 12. September 1990 zwischen den vier Siegermächten sowie der BRD und der DDR geschlossen. In ihm wurde unter anderem die Mitgliedschaft des wiedervereinigten Deutschlands in der NATO, die Reduzierung der zukünftigen Bundeswehr auf 370.000 Personen, die Garantie der polnischen Westgrenze und auch der Abzug der Westgruppe der russischen Truppen (WGT) aus Deutschland vereinbart. Besonders umstritten war die Mitgliedschaft Deutschlands in der NATO.

Am 11. Juni 1994 verabschieden sich die Soldaten der 16. Luftlandearmee mit einem Umzug aus Wünsdorf. Noch einmal zeigen sie Präsenz mit Panzer, Flugzeugen und Marschmusik. Doch der Abschied findet ohne Politiker und Prominenz statt. Die Sowjets hätten sich gern als Teil einer großen Abschiedsparade mit den Westalliierten am Brandenburger Tor gesehen – und empfinden den nahezu geräuschlosen Abzug als Kränkung. 1990 hatte sich noch eine Mehrheit der Deutschen für einen gemeinsamen Abschied der alliierten Truppen ausgesprochen.

Heute leben in Wünsdorf 6.000 Menschen. In manchen Kasernen sind Behörden untergebracht. Viele Gebäude des ehemaligen Armeegeländes stehen aber immer noch leer, die Stadt sucht nun seit 30 Jahren Investoren und entwickelt sich langsam zur „Schlafstadt“. Die meisten neu zugezogenen pendeln von hier aus zur Arbeit.

Auswahl zurücksetzen